Mobilitätsbudget – Reallabor Hamburg

Mobilitätsbudget

Leitfrage

Welchen Einfluss hat ein arbeitgeberfinanziertes Mobilitätsbudget auf das Mobilitätsverhalten von Angestellten?

Zielsetzung

Mithilfe einer App für die multimodale Fahrtennutzung stellen Unternehmen ihren Mitarbeitenden ein individuelles Mobilitätsbudget für private und geschäftliche Zwecke zur Verfügung. Die Nutzer:innen können so zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln wählen. Für die Datenerhebung zur Beantwortung der Forschungsfrage sind Firmen aus Hamburg und dem Umland beteiligt.

Ausgangslage

Bei der Umsetzung der Verkehrswende sind innovative und nachhaltige Mobilitätsangebote für Unternehmen besonders wichtig, da immer noch 54% der Wege zur Arbeit in Hamburg mit dem privaten PKW zurückgelegt werden. Bei dienstlicher Mobilität ist der Anteil der Autofahrten mit 68% sogar noch höher und weit über dem Anteil des durchschnittlichen motorisierten Individualverkehrs im Modal-Split Hamburgs. Wege zur Arbeit machen in Hamburg mit 34% aller Wege außerdem den größten Anteil der Wegzwecke aus (MiD 2017).

Gerade in urbanen Räumen gibt es neben dem privaten PKW jedoch eine große Auswahlmöglichkeit aus verschiedensten Mobilitätsangeboten, um von A nach B zu kommen. Bisher werden diese Angebote vor allem im privaten Kontext genutzt. Dabei schafft eine steigende Nachfrage an nachhaltigen und flexiblen Fortbewegungsmitteln auch im Berufsleben Raum für neue Mobilitätskonzepte sowie Alternativen zu den aktuell gängigen Lösungen.

Gegenüber den klassischen Angeboten eines Jobtickets oder Dienstwagens ermöglicht ein Mobilitätsbudget die freie Einteilung und Auswahl der Fortbewegungsmittel und Streckenabschnitte. Als monatliche Summe neben dem Gehalt, von Unternehmen zur Verfügung gestellt, kann die Verwendung der Fahrten individuell geplant und verbucht werden. Somit unterstützen Arbeitgeber aktiv den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel und leisten einen Beitrag zur Verkehrswende.

Ansatz

Das vorliegende Projekt geht der Frage auf den Grund, wie sich das Mobilitätsverhalten berufstätiger Menschen mit Hilfe eines arbeitgeberfinanzierten Mobilitätsbudgets langfristig wandeln könnte.

Die Idee: Unternehmen stellen Mitarbeitenden ein individuelles monatliches Mobilitätsbudget für private und geschäftliche Fahrten zur Verfügung. Dabei können Mitarbeitende zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln wählen – von ÖPNV über Fernverkehr und StadtRad bis hin zu Sharing-Diensten.

Über die App hvv-m verwalten Mitarbeitende ihr verfügbares Mobilitätsbudget auf digitalem Wege und können ihre Verbindungen selbstständig auswählen und buchen. Die App nutzt die grundlegende Technologie von Bonvoyo, dem Mobilitätsbudget der Deutschen Bahn, und wurde für das Projekt eigens für Hamburg zugeschnitten.

Zur Erhebung der Daten und Beantwortung der Forschungsfrage werden Hamburger Unternehmen gesucht, die hvv-m für mindestens 30 Mitarbeitende testweise einführen und bereitstellen. Um den Mitarbeitenden ausreichende Möglichkeiten zu bieten, ist ein Mindestbudget von 50,00 Euro pro Monat und Mitarbeitenden vorgesehen.

Mehr unter: www.hvv.de/de/hvv-m

Wissenschaftliche Begleitung

Um die Frage nach den Veränderungen des Mobilitätsverhaltens zu klären, wird das Projekt wissenschaftlich begleitet. Genauso soll beleuchtet werden, ob es als eine valide Alternative zur Nutzung eines Dienstwagens oder privaten PKW akzeptiert wird. Die Ergebnisse werden auf dem ITS Weltkongress 2021 in Hamburg vorgestellt.

Prozess

Bereitstellung der App
Die Mobilitätsbudget App hvv-m wird bereitgestellt und bietet Mitarbeitenden unkompliziert Auskunft, Buchung und Abrechnung verschiedener Mobilitätsangebote
Durchführung der Begleitstudie
Teilnehmende Hamburger Unternehmen und deren Mitarbeitenden werden zu ihrem Mobilitätsverhalten vor, während und nach der Nutzung von hvv-m befragt.
Aktive Nutzung der App durch teilnehmende Unternehmen
Während eines 6-monatigen Zeitraums testen die Mitarbeitenden, wie ihnen hvv-m im täglichen Mobilitätsbedarf zur Seite steht.
Ergebnisvorstellung auf dem ITS-Weltkongress
Die wichtigsten Erkenntnisse der Begleitstudie zum Mobilitätsbudget werden auf dem ITS-Weltkongress 2021 vorgestellt.
September, 2020
Ab März, 2021
Ab April, 2021
Oktober, 2021

Ergebnisse

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung zur Nutzung verschiedener Mobilitätsangebote vor und nach der Einführung eines arbeitgeberfinanzierten Mobilitätsbudgets sollen Auskunft darüber geben, ob ein solches Budget hilfreich beim Umstieg vom MIV zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln ist und somit in Zukunft weiterverfolgt werden sollte. Dies kann zukünftig einen weiteren Aspekt zu einer verbesserten, umweltfreundlichen und sicheren Mobilität durch Digitalisierung und Automatisierung darstellen und den Austausch aller Akteure in der Branche fördern. Zudem könnte langfristig eine Vernetzung mit weiteren Teilprojekten des RealLabHH, wie beispielsweise der Switch-App aus Teilprojekt 1 sinnvoll zur vermehrten und vereinfachten Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel führen.

HVVM App-Screens – Reallabor Hamburg
hvvm

Das Team

David Hoffmann

Projektleitung, Hamburger Hochbahn AG

Christina Röll

Mobilitätsmanagement, S-Bahn Hamburg GmbH

Alessa Schmidt

Mobilitätsmanagement, S-Bahn Hamburg GmbH

Philipp Ramspeck

Produktmanagement, Deutsche Bahn Connect GmbH

Projektpartner

Assoziierte Partner

Projektpartner