Dialogstrategie – Reallabor Hamburg

Dialogstrategie

Leitfrage

Wie müssen wir einen Dialogprozess gestalten, um gesellschaftlich akzeptierte Mobilitätslösungen für die Zukunft Hamburgs zu finden?

Zielsetzung

Im RealLabHH werden Partizipationsmethoden erforscht, um Mobilitätslösungen im Schulterschluss mit Nutzer:innen/Bürger:innen zu entwickeln. Die Dialogstrategie zielt darauf ab Bedürfnisse und Wünsche der Bürger:innen an Mobilitätssysteme der Zukunft systematisch zu erfassen, praxisnahe Anforderungen an die Mobilitätsgestaltung der Zukunft abzuleiten und zielgerecht an Entscheidungsträger:innen aus Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft zu kommunizieren.

Ausgangslage

In der Forschung wie auch in der Praxis gilt die Beteiligung aller Akteure als ein Schlüssel, um Transformation gesellschaftlich zu verwurzeln und so dazu beizutragen, dass sie langfristig Bestand hat. Dafür wird die Beteiligung dreier Zielgruppen, die das Hamburger Mobilitätssystem mitprägen, erforscht: Ein zentraler Fokus liegt auf den Bürger:innen, deren Präferenzen beratend in die Gestaltung neuer Mobilitätssysteme und -Lösungen einfließen. Dies schafft Nutzerakzeptanz, die grundlegend dafür ist, dass transformative Mobilität nicht nur auf die Straße kommt, sondern auch nachgefragt wird und dort bleibt. Darüber hinaus liegt der Fokus auf Kommunalverwaltungen und Wirtschaftsakteuren: Sie entwickeln die Nutzerideen in Bezug auf deren Machbarkeit weiter. Außerdem identifizieren sie eigene Inhalte und Prozesse, die sie weiterentwickeln möchten, um so die Verkehrswende voranzubringen.

Ansatz

Die Dialogstrategie umfasst drei zentrale Schritte: Erleben, gestalten und ausprobieren. Erleben können die beteiligten Akteure neue Mobilitätslösungen in digitalen Mobilitätswerkstätten, in denen sie sich unter anderem durch Live-Visualisierungen und haptische Elemente in die Nutzung von Mobilitätsinnovationen hineinversetzen. Dafür werden Methoden für Online-„Co-Creation“ weiterentwickelt. Gestalten können die Bürger:innen in digitalen Mobilitätswerkstätten von und für Nutzer:innen, in denen sie zielgruppengerechte Mobilitätslösungen und, damit einhergehend, Visionen für Mobilität der Zukunft entwickeln. Diese fließen in die partizipative Kooperation mit anderen relevanten Interessengruppen und Mobilitäts-Entscheider:innen aus Politik und Wirtschaft ein. Im ZuHörMobil, das Nutzer:innen in ihrem Mobilitätsalltag aufsucht, werden diese Mobilitätsbedarfe spielerisch vertieft, erforscht und quantitativ überprüft. Im Rahmen des Reallabors können Bürger:innen schließlich innovative und nachhaltige Verkehrsmittel ausprobieren und sich von digitaler nachhaltiger Mobilität begeistern lassen.

Prozess

Durchführung von Mobilitätswerkstätten mit Bürger:innen
Die Mobilitätswerkstätten zielen darauf ab Nutzerwünsche und -anforderungen an die Mobilität der Zukunft zu erheben, wie auch das Online-Partizipationskonzept selbst zu erforschen. Bürger:innen verschiedener Altersgruppen (Schüler:innen bis Senior:innen) sind eingeladen an den Werkstätten teilzunehmen.
Durchführung von Mobilitätswerkstätten mit Entscheidungsträger:innen
Gemeinsam mit relevanten Interessengruppen und Entscheidungsträger:innen für die Entwicklung kommunaler Mobilitätsstrategien werden Methoden entwickelt und getestet, die die Kooperation zwischen den Akteuren stärken und die Bedarfe von Bürger:innen an nachhaltige Mobilität berücksichtigen.
Mit dem ZuHörMobil unterwegs in Hamburg
Das ZuHörMobil ist in mehreren Etappen in Hamburg unterwegs, um sich mit Bürger:innen über die Mobilität der Zukunft auszutauschen. Im ZuHörMobil werden neue Mobilitätslösungen interaktiv vorgestellt und im Dialog mit Bürger:innen diskutiert.
Dezember, 2020
April, 2021
August, 2021

Ergebnisse

Ergebnis der Partizipationsforschung ist zum einen ein Partizipations-Methodenkasten: Es werden Werkzeuge entwickelt, die Mobilitätsangebote digital erlebbar machen, und die Online-Teamarbeit, Kreativität und kooperative Lösungsentwicklungen ermöglichen. Die face-to-face-Partizipation fokussiert vor allem spielerische Ansätze, um so gesellschaftliche Gruppen zu beteiligen, die bislang wenig partizipationsaffin waren. Dies ermöglicht es Akteuren aus Praxis und Forschung, nachhaltige Mobilitätsentwicklung im Sinne der Nutzer:innen selbst zu stärken. Zum anderen schafft das Projekt ein vertieftes inhaltliches Verständnis von Nutzervisionen an zukünftige Mobilität sowie von konkreten Nutzeranforderungen an Fahrtzeit und -kosten, Komfort und das Fahrterlebnis. Diese Zielbilder werden an kommunale Verkehrsentwickler kommuniziert, ebenso an Industrieakteure und Mobilitätsdienstleister sowie die wissenschaftliche Partizipationsforschung.

Das Team

Dr. Mandy Dotzauer

TP9-Leitung

Dr. Alexandra Bensler

Verantwortlich für die Mobilitätswerkstätten

Kristina Goos

Verantwortlich für das ZuHörMobil

Swetlana Rahn

Verantwortlich für die Audiovisuelle Kommunikation

Projektpartner