Hamburger Bahnhof mit Menschen auf elektrischer Treppe

Dateninteraktion
und Souveränität

Leitfrage

Wie kann eine nahtlose Integration aller Mobilitätsoptionen in einer Anwendung gelingen, um neue, bessere Reisekonzepte für Bürger:innen zu schaffen?

Zielsetzung

Es wird ein Tür-zu-Tür-Reiseangebot zwischen Hamburg und Berlin als Demonstrator mit dem IDS / GAIA-X Datensouveränitätsstandard realisiert. Dieser IDS / GAIA-X basierte Datenraum schafft Vorteile für alle Akteure: Bürger:innen profitieren von verbesserten Reisemöglichkeiten, Mobilitätsanbieter von neuen Geschäftsmöglichkeiten.

Ausgangslage

Um das Potenzial des intermodalen Reisens zu heben, ist eine nahtlose Integration aller Mobilitätsoptionen in einer Benutzeranwendung entscheidend. Diese Anwendung erfordert Dateninteroperabilität und einen Datenaustausch zwischen mehreren Anbietern, wie zum Beispiel verschiedener Plattformen und Mobilitätsanbieter, die bisher kaum bereit sind, ihre Daten zu teilen, auch aus Angst vor Wettbewerbsnachteilen.

Ansatz

Die Schaffung eines Datenraums Mobilität (DRM) ermöglicht den Datenaustausch zwischen verschiedenen Akteuren bei Gewährleistung der Datensouveränität. Hierzu wird der IDS Standard, DIN SPEC 27070, eingesetzt. Im Ergebnis entsteht ähnlich dem Telefonnetz ein Netzwerk für den sicheren n:n Datenaustausch unter zugelassenen Teilnehmern, die sich zu einem bestimmten Mitgliedsverhalten verpflichten. Basierend auf dem IDS Standard (International Data Spaces unter Federführung der Fraunhofer Gesellschaft) sollen folgende Komponenten entstehen:

  1. Ein Demonstrator mit Bedienoberfläche für eine intermodale Reiseanwendung als Plug-and-Play Modul für bestehende Apps (B2B)
  2. Eine IDS-basierte Datenverbindungsschicht als prototypischer Mobilitätsdatenraum
  3. Neue Datenmehrwertdienste zur Verknüpfung der App mit dem Datenraum

Prozess

Geschäftsmodell-Varianten
Verschiedene Geschäftsmodell-Varianten werden entwickelt und gegenübergestellt, um nach Projektende den im Projekt angestrebten Demonstrator zeitnah zu einem marktfähigen Produkt ausbauen zu können. Die Entwicklung wird in 2 Iterationen vorgenommen.
Meilenstein 2: Architektur Verbindungsschicht mit Anwendung (App)
Über die Verbindungsschicht werden bestehende Mobilitätsangebote miteinander zu neuen Mehrwertdiensten vernetzt. Die Architektur wird gemäß GAIA-X und IDSA Prinzipien entwickelt, um so eine Mobilitätslösung zu entwickeln, die auch bundesweit oder gar paneuropäisch skaliert.
Meilenstein 3: Erweiterung der Verbindungsschicht für Mobilität
Anpassung und Ergänzung der IDS Ansätze, um den besonderen Anforderungen des Wertschöpfungsnetzwerks Mobilität Rechnung zu tragen, vom Öffentlichen Personennahverkehr bis zu Mikromobilitätsangeboten wie E-Scootern, On-Demand / autonomen Shuttles.
Meilenstein 4: Advanced Smart Service Demonstrator
Die Ergebnisse werden als Demonstrator zum Proof of Concept realisiert. Mit den Demonstratoren wird die Benutzung der Advanced Smart Services mittels User Interfaces zur Benutzung durch Kunden ertüchtigt.
April 2021 (1. Iteration),
Oktober 2021 (2. Iteration)
Mai 2021
September 2021
Oktober 2021

Ergebnisse

Demonstrator Datenraum Mobilität für den Use Case „Intermodales Reisen“

Eine nahtlose Integration aller Mobilitätsoptionen in einer Benutzeranwendung unterstützt langfristig den Modalshift weg von MIV hin zur Schaffung eines Umweltverbundes und hilft neben einer Verbesserung der Mobilität auch die CO2-Emissionen im Verkehrssektor deutlich zu senken. Mobilitätsnutzer:innen profitieren von einer zentralen App als übersichtlichen Zugangspunkt zu allen Mobilitätsoptionen, die eine bequeme Verkettung verschiedener Verkehrsmittel ermöglicht. Am Ende entsteht eine flexible und personalisierte Mobilität mit größtmöglicher Angebotsvielfalt. Mobilitätsanbieter erschließen sich neue Kundengruppen und Neugeschäft wegen neuer Angebote und Angebotsausweitung. Die damit einhergehende Angebotsdifferenzierung erzeugt Mehrwertmargen und stärkere Kundenbindung. Die Anbieter können ihre Daten sicher teilen und kostengünstig integrieren wegen des offenen Europäischen Standards.

Prototyp – Reallabor Hamburg
Prototyp und Demontstrator (B2C-Oberfläche)
Prototyp – Reallabor Hamburg
Demonstrator (B2B-Oberfläche)

Das Team

Prof. Dr. Chris Schlueter Langdon

Deutsche Telekom IoT

Dr. Gadi Lenz

Urban Software Institute GmbH, Chief Scientist

Stephan Borgert

Urban Software Institute GmbH, Research Coordinator

Projektpartner