Reallabor Hamburg – Newsroom – Pressematerial
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elbMOBIL bringt Marschbewohner nach Winsen

Pilotprojekt ist in der Samtgemeinde Elbmarschgestartet. Per Smartphone-App lässt sich individuelle Fahrt in Kleinbussen der KVG buchen 

Marschacht Einige wenige Eingaben auf dem Smartphone, und der (Klein-)Bus kommt fast bis an die eigene Haustür: Diesen Service bietet das Projekt elbMOBIL jetzt den Einwohnern der Samtgemeinde Elbmarsch. Bis zum Ende 2021 soll sich zeigen, ob die Bürger das neuartige Angebot, das die Elbmarsch vor allem mit Winsen verbinden soll, annehmen. Es ist Teil des größeren Projekts Reallabor Hamburg, das neue Mobilitätsformen testet. „Mehrere Gemeinden hatten sich beworben“, sagt Landrat Rainer Rempe. „Die Elbmarsch ging als Sieger hervor, weil hier ein sehr großes Potenzial ist.“ 

Derzeit verkehren in der Elbmarsch nur wenige Buslinien, die stark auf die Beförderung von Schülern ausgelegt sind. Und seit zwei Jahren gibt es in der Samtgemeinde kein Anruf-Sammeltaxi mehr. Der neue Service ist flexibler als andere Rufbus-Angebote, denn er hält sich weder an vorgegebene Fahrstrecken noch gibt es zeitliche Einschränkungen. Von Montag bis Freitag sind die fünf Mercedes Sprinter von fünf Uhr morgens an buchbar, am Wochenende ab acht Uhr. Abends sind sie bis 23 Uhr unterwegs. Wenn der darauf folgende Tag arbeitsfrei oder ein Feiertag ist, sogar bis zwei Uhr nachts. Über die App elbMOBIL lassen sich die von der KVG betriebenen Fahrzeuge bequem buchen – kurzfristig oder für einen späteren Zeitpunkt. Beim ersten Mal wird nach Mobilnummer und E-Mail gefragt. Danach müssen nur noch die Ein- und Ausstiegspunkte und der gewünschte Zeitpunkt der Fahrt angegeben werden. Wer zum Beispiel gestern um 10.45 Uhr eine Fahrt von Tespe zum Bahnhof Winsen anfragte, erhielt nach wenigen Sekunden das Angebot, um 11.15 Uhr ins Elbmobil 2mit dem Kennzeichen STD P 2024 zu steigen. Genauer geht es kaum. Ungenauer ist allerdings die Ankunftszeit zwischen 11.47 und 12.06 Uhr. Anders als üblich sind nicht etwa unkalkulierbare Staus der Grund, sondern die Tatsache, dass Fahrgästemit einem sehr ähnlichen Fahrtwunsch zusteigen können. Dazu werden kleine Umwege in Kauf genommen, die dann die Fahrt etwas verlängern. Generell muss entweder der Start- oder der Zielpunkt eine Haltestelle sein. Der jeweils andere Punkt kann vom Fahrgast frei gewählt werden. Wer eine HVV-Zeitkarte oder einen Einzelfahrschein besitzt, muss für den Service nur einen Euro Komfortzuschlag pro Fahrt bezahlen. Über die elbMOBIL-App können sowohl Fahrkarten als auch der Zuschlag gelöst werden. Sie ist für   Android und iOS in gängigen App-Stores erhältlich. Um die wichtige Zielgruppe der Senioren komplett zu erschließen, können ältere Bürger, die kein Smartphone besitzen, die Fahrten bei der KVG telefonisch bestellen(Rufnummer: 04105 57 20 83). „In der Fläche sind wir die ersten, die ein solches Angebot machen“, sagt Michael Peter von der KVG. „In Städten gibt es das schon. “Bisher habe vor allem die Buslinie 4400 den Marschbewohnern den Weg zur Metropole Hamburg geebnet, sagt Rolf Roth, Bürgermeister der Samtgemeinde Elbmarsch. Die Linie führt nach Bergedorf und ist jetzt gerade noch einmal verstärkt worden. „Als wir um die Jahrtausendwende die Linie testweise einführten, haben wir sehr schnell gemerkt, dass der kleine Bus, der dort fuhr, nicht ausreichte, um die große Nachfrage bedienen zu können. Jetzt haben wir eine zweite Verbindung mit der Hamburger City, die über Winsen führt. Es wäre schön, wenn wir nach einem Jahr feststellen, dass auch der elbMOBIL-Service ausbaufähig ist.“

Quelle

Hamburger Abendblatt

Erschienen am:

16.12.2020